Butler, Butch, Beyoncé

NEWS:

Ab Oktober 2021 ist Butler, Butch, Beyoncé als hybrides Format beheimatet am Staatstheater Kassel! Live vor Ort und per Stream im Netz!

Gemeinsam mit den neuen Kopperationspartner:innen des Frauenbüros der Stadt Kassel, der Stabsstelle Gleichstellung der Universität Kassel und dem Archiv der deutschen Frauenbewegung freuen wir uns auf die erste Ausgabe am 16.10.2021!


Der Feminismus ist jünger und politisch engagierter denn je: Junge Frauen rund um die Welt machen in Presse, Blogs, sozialen Medien oder bei Auftritten auf ihre Überzeugungen aufmerksam und verleihen dem altgedienten Kampfbegriff neue Relevanz: Er ist nicht mehr nur Diskurs, Feminismus darf auch Spaß machen! Grund genug, dem Feminismus auf den Zahn zu fühlen.

Die Diskursreihe Butler, Butch, Beyoncé blickt hinter Mode und popkulturelle Phänomene und bringt die Protagonist*innen des politisch engagierten, jungen Feminismus digital zusammen – zu Lesungen, Diskussionen und künstlerischen Positionen: Um mit Beats und Argumenten die Grundfesten des Patriarchats zu erschüttern!

Die 2019 am Schauspiel Dortmund gestartete Kunst- und Diskussionsreihe zu aktuellen feministischen Fragen in Wissenschaft und Kunst macht sich online selbstständig! Gemeinsam mit den neuen Kooperationspartner*innen des Gleichstellungsbüros der Fachhochschule Dortmund und den bisherigen Unterstützer*innen von den Gleichstellungsbüros von Stadt und Technischer Universität Dortmund ist Butler, Butch, Beyoncé ab November im Netz zu Hause!

In Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund, der TU Dortmund und der Fachhochschule Dortmund.

Kuratiert von Dirk Baumann und Laura N. Junghanns

www.butlerbutchbeyonce.de

 


Ausgaben 2020/21 // digital

Künstliche Intelligenz und Feminismus
27.4.2021

Image via www.vpnsrus.com, CC BY 2.0

Ada Lovelace, eine Frau, gilt als Urheberin des ersten Algorithmus. Seitdem ist viel passiert. Künstliche Intelligenz bestimmt längst unser aller Leben: Ob Algorithmen beim Online-Shopping, in sozialen Netzwerken oder persönliche Assistenzsysteme – das ist nicht nur praktisch, sondern scheint auch Neutralität zu versprechen. Doch automatisierte Entscheidungssysteme bergen das Potential, genderspezifische Denkmuster und Diskriminierungspraktiken nicht nur zu reproduzieren, sondern zu verstärken. Welches Verhältnis besteht zwischen Geschlecht, maschinellem Lernen und Technologie? Warum sind Alexa, Siri und Co. weiblich codiert, sind das nur harmlose Stereotypisierungen oder steckt mehr dahinter? Und vor allem: Mit welchen Strategien können wir dem begegnen?

Zu Gast bei BBB sind diesmal Prof. Dr. Bianca Prietl, Assistenzprofessorin für Gesellschaftliche Auswirkungen von Digitalisierung an der JKU Linz und Vorstandmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF) sowie die Performancekünstlerin Olivia Hyunsin Kim, die sich in Ihrer Arbeit Say may name, say my name u.a. mit Verkörperungen technologischer Assistenzsysteme in Asien und Europa sowie der Frage befasst, welche Parallelen dies zu Care-Arbeit hat. Gemeinsam mit Laura N. Junghanns diskutieren sie über Strategien des Cyber- und Technofeminismus und die Frage, wie wir dem patriarchalen Griff der Algorithmen entkommen können.

Gäste:

Bianca Prietl ist Assistenzprofessorin für Gesellschaftliche Auswirkungen von Digitalisierung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz und Vorstandmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF). Sie verfasste zahlreiche Veröffentlichungen und hielt Vorträge im Bereich Gender und Digitalisierung. 2019 wurde sie für ihr Habilitationsprojekt zum Zusammenspiel von Wissensproduktion, Digitalisierung und Gesellschaft mit dem Dr. Hans Messer Stiftungspreis ausgezeichnet.

Olivia Hyunsin Kim ist Absolventin in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der HfMDK Frankfurt. Als ddanddarakim arbeitet sie mit verschiedenen Künstler:innen kollaborativ zusammen. Ihre MeMe-Serie she came, she saw, she said:meme (Teil 1), MeMe – I see. Ah! (Teil 2) und Miss Yellow and Me – I wanna be a musical (Teil 3) tourte international und beschäftigte sich mit dem Exotismus im Bezug auf nichtweiße, „andere” Körper“. Sie erhielt u.a. Stipendien vom DAAD, dem Berliner Senat, dem Rebecca Skelton Fund, von Erasmus und der Seoul National University.
www.ddanddarakim.net

 

 

Feminism through the Ages
8.3.2021

Anlässlich des Internationalen Frauen*tags fragt Butler, Butch, Beyoncé nach dem Stand des Dialogs zwischen verschiedenen Generationen von Feminist*innen: Welchen Konsens, welchen Dissens gibt es? Wo gilt es Erreichtes zu würdigen, was kann die junge Generation (noch) anstoßen? Inwiefern können wir überhaupt noch von dem Feminismus sprechen?

Gemeinsam mit den Gästen Prof. Dr. Sigird Metz-Göckel, Nuray Demir und Laura Lucas diskutiert Laura N. Junghanns über den Dialog der Generationen und darüber, wie intersektional der Feminismus eigentlich sein will, kann oder muss.

Daneben gibt Regina Selter, stellv. Direktorin des Museum Ostwall, Einblicke in die aktuelle Ausstellung der Pionierin feministischer Kunst: Valie Export, Preisträgerin des MO-Kunstpreises 2020. Als Medien- und Performancekünstlerin gehört Valie Export (* 1940) zu den bedeutendsten internationalen Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Werke sind in Sammlungen internationaler Museen vertreten, u.a. in der Tate Modern, im MOMA New York, im MACBA Barcelona und im MUMOK Wien. Außerdem gibt Regina Selter Einblick in die im Museum Ostwall ausgestellte Arbeit von Freya Hattenberger, die Valie Export als ihre Heldin bezeichnet. Beide feministischen Medienkünstlerinnen befragen mit einer Radikalität tradierte Verhaltensweisen und setzen den eigenen Körper bewusst in ihre künstlerischen Performances und Medienarbeiten ein.

Gäste:

Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel (*1940) ist Soziologin, Politikwissenschaftlerin und Sozialpsychologin. Die Professorin emerita der TU Dortmund gilt als Mitbegründerin der Frauenforschung in Deutschland und engagiert sich für soziale Gerechtigkeit und die Verbesserung der Situation von Frauen. Sigrid Metz-Göckel ist Teil und Mitbegründerin des „Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW“ sowie Gründerin der Stiftung „Aufmüpfige Frauen“.

Nuray Demir ist Künstlerin und Kuratorin im Bereich der visuellen, darstellenden/performativen Künste. Für ihre transdisziplinären Projekte arbeitet sie kollaborativ mit Personen aus unterschiedlichen Bereichen, mit denen sie temporäre Ensembles bildet. Sie beschäftigt sich in ihren Arbeiten insbesondere mit Debatten und Begriffen der feministischen und postkolonialen Theorie. Nuray Demir realisierte Projekte an diversen Institutionen, wie etwa auf Kampnagel in Hamburg, in den Sophiensaelen in Berlin, dem Hebbel am Ufer in Berlin und die Wiener Festwochen. 2018 und 2020 war sie zudem zum Dortmunder Theaterfestival Favoriten eingeladen.

Laura Lucas ist freie Autorin und Online-Redakteurin, etwa beim Medienmagazin „Übermedien“ oder Deutschlandfunk Kultur. Sie ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und lebt mit ihrer Tochter in Berlin. Laura Lucas ist Teil des Lila Podcast, indem sie aus feministischer Perspektive auf die Bereiche Psychologie und Medien schaut. Zu ihren Lieblingsmomenten gehört es, wenn ein diffuses Unwohlsein durch feministische Bildungsarbeit einen Namen bekommt.

8.3.2021 im Rahmen des Internationalen Frauen*tags.

Butler, Butch, Beyoncé ist ein Kooperationsprojekt des Gleichstellungsbüros der TU Dortmund gemeinsam mit den Gleichstellungsbüros der FH Dortmund und der Stadt Dortmund.

*Trans, Inter, Queer Welcome!

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Ageism
12.1.2021

Frauen und Alter – ein Widerspruch? Frauen sind nicht nur grundsätzlich weniger präsent in den Medien – Frauen, die eine anscheinend magische Altersgrenze überschritten haben, sowieso: Sie verschwinden aus Kino, Werbung, Fernsehen und der Öffentlichkeit oder tauchen nur noch in bestimmten Rollenbildern auf. Ein älterer Mann, der mit einer jüngeren Frau zusammen ist: normal – eine ältere Frau, die mit einem jüngeren Mann liiert ist: Skandal! Was macht das Narrativ der Jugend so bestimmend für die öffentliche Wahrnehmung von Frauen, und wie lässt sich dem begegnen – real und medial?

In der dritten Online-Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé diskutiert Moderatorin Laura N. Junghanns gemeinsam mit der Journalistin Tanja Mokosch (u.a. taz, Fluter) und Ilia Papatheodorou vom Performance-Kollektiv SheShePop über Frauen in Hoch- und Populärkultur, hags, cougars, Jugendwahn, Falten und die Menopause.

SheShePop ist ein mehrheitlich weibliches Performance-Kollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten thematisieren sie oft aktuelle gesellschaftliche und politische Themen, für die sie auch auf ihre eigenen Biografien zurückgreifen. SheShePop wurde zu zahlreichen nationalen und internationalen Festivals eingeladen und gelten als eine der bekanntesten freien Theaterkollektive im deutschsprachigen Raum. Im Herbst 2020 erarbeiteten sie den Abend „Hexploitation“, in dem sie sich mit der Angst vor der hag, der alten Frau und der Hexe beschäftigten. Dafür setzten die Performerinnen selbstverständlich ihre eigenen, alternden Körper ein. Mit ihnen kämpfen sie gegen das Verschwinden und den Bedeutungsverlust, den Frauen jenseits der Gebärfähigkeit als gesellschaftliche Subjekte erleiden.
https://sheshepop.de/

Tanja Mokosch ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Gesellschaft, Digitales und Feminismus. Sie schreibt regelmäßig für den Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für Politische Bildung, dummy sowie u.a. für die taz, sueddeutsche.de oder jetzt.de.

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Antifeminismus: Juliane Lang & THE AGENCY
10.11.2020, 20 Uhr

In der ersten Online-Ausgabe legt das kuratorische Team um Laura N. Junghanns und Dirk Baumann den Fokus auf das Thema „Antifeminismus“ und lädt eine Woche nach den US-Präsidentschaftswahlen Juliane Lang von der Justus-Liebig-Universität Gießen und das Performance-Kollektiv THE AGENCY zur Diskussion über ein scheinbar immer größer werdendes Phänomen ein: Welche Haltungen, welche Ideologien, welche Narrative sammeln sich unter dem Begriff? Welche Akteur*innen gibt es, was treibt sie an, welche Zusammenhänge gibt es zu anderen Bewegungen wie (neo-)konservativen Strömungen und (Rechts-)Populismus?
Gemeinsam diskutieren sie mit Laura N. Junghanns über antifeministische Phänomene und zeigen konkrete feministische und aktivistische Gegen-Strategien auf.

Zugang: Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird live gestreamt auf www.butlerbutchbeyonce.de, die Zuschauer*innen können via Live-Chat Fragen stellen.

Juliane Lang ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Teil des „Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus“ (www.frauen-und-rechtsextremismus.de), daneben ist sie Teil des insterdisziplinären Forschungsprojekts „KRisE der GeschlechterVERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)“ an der Philipps-Universität Marburg, das antifeministische Diskursproduktion und ihre Akteurs- und Adressat*innen-Gruppen untersucht.

THE AGENCY ist ein interdisziplinäres Theater- und Performance-Kollektiv. In ihren Performances werden die Zuschauer*innen in digitalen Surroundings selbst zu Akteur*innen des Geschehens. Zuletzt zeigten sie u.a. am FFT Düsseldorf ihre Online-Performance „THE BOYS“ als Teil eines Werkzyklus, der die Zusammenhänge zwischen patriarchaler Männlichkeit und rechtem Denken im post-digitalen Zeitalter untersucht und thematisiert, wie Gedankengut aus digitalen Räumen wie 4chan oder Breitbart News an der Entstehung und Ausübung von Gewalt beteiligt sind – online und offline.
https://www.postpragmaticsolutions.com


Ausgaben 2019/20, Schauspiel Dortmund

#1: Sonja Eismann (Missy Magazine) & Mindj Panther
In der ersten Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé spannt Sonja 
Eismann, Mitbegründerin des Missy Magazine, den Bogen von den vier Wellen des Feminismus bis zu Netz-, Pop-, Anarchafeminismus … On top: Ein Konzert der feministischen Romnja- Rapperinnen Mindj Panther (Pussy Panther) aus Wien!
19.9.2019, Schauspiel Dortmund

#2: Feminist Activism – Penelope Kemekenidou
Zu Gast bei der zweiten Ausgabe der neuen Reihe: Activist und Artivist Penelope Kemekenidou, Mitbegründerin von Gender Equality Media, einer Organisation, die sich gegen sexistische Berichterstattung in Deutschland einsetzt. Mit Kampagnen wie #StopBildSexism oder #unfollowpatriarchy setzt sich die Gruppe konkret gegen patriarchale Strukturen in der Medienlandschaft ein. Derzeit ist sie auch an dem Aufbau der Gruppe der #panyrosas/Brot und Rosen Deutschland beteiligt, einer der größten internationalen Frauenorganisationen* weltweit. Daneben ist sie Mitorganisatorin des Münchner Frauen*streiks 2020.
21.11.2019, Schauspiel Dortmund

#3: Decolonial Feminism – Nadia Shehadeh
Zu Gast in der Gesprächsreihe Butler, Butch, Beyoncé ist diesmal die Autorin und Soziologin Nadia Shehadeh. Mit Moderatorin Laura N. Junghanns und dem Publikum spricht sie über „Decolonial Feminism“ und gibt Einblicke darin, wie die feministische Perspektive intersektional erweitert werden kann, was Feminismus mit Antirassismus zu tun hat und wie wir antifeministischen Tendenzen begegnen können.
Nadia Shehadeh arbeitet zu den Themenschwerpunkten Feminismus, Rassismus und Pop-Kultur. Sie ist Redaktionsmitglied des feministischen Blogs Mädchenmannschaft, mit dem sie u.a. den Podcast Servicewüste Feminismus produziert, außerdem ist sie Autorin einer Kolumne im Missy Magazine. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählte u.a. ein Buch-Beitrag in Eure Heimat ist unser Albtraum.
23.1.2020, Schauspiel Dortmund

#4: Feministischer HipHop – Klitklique & Dr. Sina Nitzsche

© Klitclique

Feminismus und HipHop: Das ist lange kein Ausschlusskriterium mehr, die feministische HipHop-Szene ist groß! Im Gespräch mit Laura N. Junghanns gibt Dr. Sina Nitzsche, Mitbegründerin des europäischen Hip-Hop-Studies-Netzwerk, einen Überblick über feministische Positionen im HipHop. Gekrönt wird die vierte Ausgabe von einer Konzert-Performance der Klitklique, „Wiens Antwort auf traurige Boys“: Die beiden Künstlerinnen $chwanger und G-Udit bringen mit ihren direkten Songs – u.a. Der F€M1N1$T oder $teuergeld – feministische Anliegen und patriarchale Missstände auf die Bühne!
5.3.2020, Schauspiel Dortmund

#5 Drag – Magdalena Rodekirchen, Saskia Rudat, Frederik Tidén

Bereits seit vielen Jahren sind Größen der Drag-Szene wie Olivia Jones fester Bestandteil popkultureller Großereignisse zur besten Sendezeit – und spätestens seit Ru Paul’s Drag Race und Heidi Klums Queen of Drag scheinen Drag Queens im Mainstream angekommen. Doch neben dieser stark repräsentierten, hyperfemininen Drag Queens gibt es auch die große, noch immer weniger sichtbare Drag King-Szene: Frauen, die mit als männlich wahrgenommenen Attributen spielen.

In unserer fünften Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé – die erstmals online stattfindet – fragen wir, in welchem Verhältnis „Drag“ zu den Konzepten Weiblichkeit und Männlichkeit steht:
Welches kritisches Potential steckt in Drag, welche Rolle spielt er für die feministische Perspektive? Kann der Feminismus davon profitieren oder sollte er sich von der performten „Hyper-Weiblichkeit“ und „Hyper-Männlichkeit“ abgrenzen?

Gemeinsam mit Magdalena Rodekirchen, Gender-Wissenschaftler:in an der University of Manchester, und den Drag-Künstler:innen Simon Rudat (feat Ja Lo) und Frederik Tidén betrachten wir das Phänomen Drag auf künstlerische und diskursive Weise – und untersuchen es auf seine gesellschaftspolitische Schlagkraft und seine Verbindungslinien zum Feminismus.
26.5.2020, Schauspiel Dortmund