Butler, Butch, Beyoncé

Der Feminismus ist jünger und politisch engagierter denn je: Junge Frauen rund um die Welt machen in Presse, Blogs, sozialen Medien oder bei Auftritten auf ihre Überzeugungen aufmerksam und verleihen dem altgedienten Kampfbegriff neue Relevanz: Er ist nicht mehr nur Diskurs, Feminismus darf auch Spaß machen! Grund genug, dem Feminismus auf den Zahn zu fühlen.

Die Diskursreihe Butler, Butch, Beyoncé blickt hinter Mode und popkulturelle Phänomene und bringt die Protagonist*innen des politisch engagierten, jungen Feminismus digital zusammen – zu Lesungen, Diskussionen und künstlerischen Positionen: Um mit Beats und Argumenten die Grundfesten des Patriarchats zu erschüttern!

Die 2019 am Schauspiel Dortmund gestartete Kunst- und Diskussionsreihe zu aktuellen feministischen Fragen in Wissenschaft und Kunst macht sich online selbstständig! Gemeinsam mit den neuen Kooperationspartner*innen des Gleichstellungsbüros der Fachhochschule Dortmund und den bisherigen Unterstützer*innen von den Gleichstellungsbüros von Stadt und Technischer Universität Dortmund ist Butler, Butch, Beyoncé ab November im Netz zu Hause!

In Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund, der TU Dortmund und der Fachhochschule Dortmund.

Kuratiert von Dirk Baumann und Laura N. Junghanns

www.butlerbutchbeyonce.de

 


Ausgaben 2020/21 // digital

Ageism
12.1.2021

Frauen und Alter – ein Widerspruch? Frauen sind nicht nur grundsätzlich weniger präsent in den Medien – Frauen, die eine anscheinend magische Altersgrenze überschritten haben, sowieso: Sie verschwinden aus Kino, Werbung, Fernsehen und der Öffentlichkeit oder tauchen nur noch in bestimmten Rollenbildern auf. Ein älterer Mann, der mit einer jüngeren Frau zusammen ist: normal – eine ältere Frau, die mit einem jüngeren Mann liiert ist: Skandal! Was macht das Narrativ der Jugend so bestimmend für die öffentliche Wahrnehmung von Frauen, und wie lässt sich dem begegnen – real und medial?

In der dritten Online-Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé diskutiert Moderatorin Laura N. Junghanns gemeinsam mit der Journalistin Tanja Mokosch (u.a. taz, Fluter) und Ilia Papatheodorou vom Performance-Kollektiv SheShePop über Frauen in Hoch- und Populärkultur, hags, cougars, Jugendwahn, Falten und die Menopause.

SheShePop ist ein mehrheitlich weibliches Performance-Kollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten thematisieren sie oft aktuelle gesellschaftliche und politische Themen, für die sie auch auf ihre eigenen Biografien zurückgreifen. SheShePop wurde zu zahlreichen nationalen und internationalen Festivals eingeladen und gelten als eine der bekanntesten freien Theaterkollektive im deutschsprachigen Raum. Im Herbst 2020 erarbeiteten sie den Abend „Hexploitation“, in dem sie sich mit der Angst vor der hag, der alten Frau und der Hexe beschäftigten. Dafür setzten die Performerinnen selbstverständlich ihre eigenen, alternden Körper ein. Mit ihnen kämpfen sie gegen das Verschwinden und den Bedeutungsverlust, den Frauen jenseits der Gebärfähigkeit als gesellschaftliche Subjekte erleiden.
https://sheshepop.de/

Tanja Mokosch ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Gesellschaft, Digitales und Feminismus. Sie schreibt regelmäßig für den Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für Politische Bildung, dummy sowie u.a. für die taz, sueddeutsche.de oder jetzt.de.

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Antifeminismus: Juliane Lang & THE AGENCY
10.11.2020, 20 Uhr

In der ersten Online-Ausgabe legt das kuratorische Team um Laura N. Junghanns und Dirk Baumann den Fokus auf das Thema „Antifeminismus“ und lädt eine Woche nach den US-Präsidentschaftswahlen Juliane Lang von der Justus-Liebig-Universität Gießen und das Performance-Kollektiv THE AGENCY zur Diskussion über ein scheinbar immer größer werdendes Phänomen ein: Welche Haltungen, welche Ideologien, welche Narrative sammeln sich unter dem Begriff? Welche Akteur*innen gibt es, was treibt sie an, welche Zusammenhänge gibt es zu anderen Bewegungen wie (neo-)konservativen Strömungen und (Rechts-)Populismus?
Gemeinsam diskutieren sie mit Laura N. Junghanns über antifeministische Phänomene und zeigen konkrete feministische und aktivistische Gegen-Strategien auf.

Zugang: Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird live gestreamt auf www.butlerbutchbeyonce.de, die Zuschauer*innen können via Live-Chat Fragen stellen.

Juliane Lang ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Teil des „Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus“ (www.frauen-und-rechtsextremismus.de), daneben ist sie Teil des insterdisziplinären Forschungsprojekts „KRisE der GeschlechterVERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)“ an der Philipps-Universität Marburg, das antifeministische Diskursproduktion und ihre Akteurs- und Adressat*innen-Gruppen untersucht.

THE AGENCY ist ein interdisziplinäres Theater- und Performance-Kollektiv. In ihren Performances werden die Zuschauer*innen in digitalen Surroundings selbst zu Akteur*innen des Geschehens. Zuletzt zeigten sie u.a. am FFT Düsseldorf ihre Online-Performance „THE BOYS“ als Teil eines Werkzyklus, der die Zusammenhänge zwischen patriarchaler Männlichkeit und rechtem Denken im post-digitalen Zeitalter untersucht und thematisiert, wie Gedankengut aus digitalen Räumen wie 4chan oder Breitbart News an der Entstehung und Ausübung von Gewalt beteiligt sind – online und offline.
https://www.postpragmaticsolutions.com


Ausgaben 2019/20, Schauspiel Dortmund

#1: Sonja Eismann (Missy Magazine) & Mindj Panther
In der ersten Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé spannt Sonja 
Eismann, Mitbegründerin des Missy Magazine, den Bogen von den vier Wellen des Feminismus bis zu Netz-, Pop-, Anarchafeminismus … On top: Ein Konzert der feministischen Romnja- Rapperinnen Mindj Panther (Pussy Panther) aus Wien!
19.9.2019, Schauspiel Dortmund

#2: Feminist Activism – Penelope Kemekenidou
Zu Gast bei der zweiten Ausgabe der neuen Reihe: Activist und Artivist Penelope Kemekenidou, Mitbegründerin von Gender Equality Media, einer Organisation, die sich gegen sexistische Berichterstattung in Deutschland einsetzt. Mit Kampagnen wie #StopBildSexism oder #unfollowpatriarchy setzt sich die Gruppe konkret gegen patriarchale Strukturen in der Medienlandschaft ein. Derzeit ist sie auch an dem Aufbau der Gruppe der #panyrosas/Brot und Rosen Deutschland beteiligt, einer der größten internationalen Frauenorganisationen* weltweit. Daneben ist sie Mitorganisatorin des Münchner Frauen*streiks 2020.
21.11.2019, Schauspiel Dortmund

#3: Decolonial Feminism – Nadia Shehadeh
Zu Gast in der Gesprächsreihe Butler, Butch, Beyoncé ist diesmal die Autorin und Soziologin Nadia Shehadeh. Mit Moderatorin Laura N. Junghanns und dem Publikum spricht sie über „Decolonial Feminism“ und gibt Einblicke darin, wie die feministische Perspektive intersektional erweitert werden kann, was Feminismus mit Antirassismus zu tun hat und wie wir antifeministischen Tendenzen begegnen können.
Nadia Shehadeh arbeitet zu den Themenschwerpunkten Feminismus, Rassismus und Pop-Kultur. Sie ist Redaktionsmitglied des feministischen Blogs Mädchenmannschaft, mit dem sie u.a. den Podcast Servicewüste Feminismus produziert, außerdem ist sie Autorin einer Kolumne im Missy Magazine. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählte u.a. ein Buch-Beitrag in Eure Heimat ist unser Albtraum.
23.1.2020, Schauspiel Dortmund

#4: Feministischer HipHop – Klitklique & Dr. Sina Nitzsche

© Klitclique

Feminismus und HipHop: Das ist lange kein Ausschlusskriterium mehr, die feministische HipHop-Szene ist groß! Im Gespräch mit Laura N. Junghanns gibt Dr. Sina Nitzsche, Mitbegründerin des europäischen Hip-Hop-Studies-Netzwerk, einen Überblick über feministische Positionen im HipHop. Gekrönt wird die vierte Ausgabe von einer Konzert-Performance der Klitklique, „Wiens Antwort auf traurige Boys“: Die beiden Künstlerinnen $chwanger und G-Udit bringen mit ihren direkten Songs – u.a. Der F€M1N1$T oder $teuergeld – feministische Anliegen und patriarchale Missstände auf die Bühne!
5.3.2020, Schauspiel Dortmund

#5 Drag – Magdalena Rodekirchen, Saskia Rudat, Frederik Tidén

Bereits seit vielen Jahren sind Größen der Drag-Szene wie Olivia Jones fester Bestandteil popkultureller Großereignisse zur besten Sendezeit – und spätestens seit Ru Paul’s Drag Race und Heidi Klums Queen of Drag scheinen Drag Queens im Mainstream angekommen. Doch neben dieser stark repräsentierten, hyperfemininen Drag Queens gibt es auch die große, noch immer weniger sichtbare Drag King-Szene: Frauen, die mit als männlich wahrgenommenen Attributen spielen.

In unserer fünften Ausgabe von Butler, Butch, Beyoncé – die erstmals online stattfindet – fragen wir, in welchem Verhältnis „Drag“ zu den Konzepten Weiblichkeit und Männlichkeit steht:
Welches kritisches Potential steckt in Drag, welche Rolle spielt er für die feministische Perspektive? Kann der Feminismus davon profitieren oder sollte er sich von der performten „Hyper-Weiblichkeit“ und „Hyper-Männlichkeit“ abgrenzen?

Gemeinsam mit Magdalena Rodekirchen, Gender-Wissenschaftler:in an der University of Manchester, und den Drag-Künstler:innen Simon Rudat (feat Ja Lo) und Frederik Tidén betrachten wir das Phänomen Drag auf künstlerische und diskursive Weise – und untersuchen es auf seine gesellschaftspolitische Schlagkraft und seine Verbindungslinien zum Feminismus.
26.5.2020, Schauspiel Dortmund