Bunbury (R: Christian Weise)

© Katrin Ribbe

von Oscar Wilde
Deutsche Fassung von Elfriede Jelinek
nach einer Übersetzung von Karin Rausch

Die Dandys Jack und Algernon sind Meister des Doppellebens: Landbewohner Jack hat seinen Bruder Ernst erfunden, um in London inkognito allerlei amourösen Vergnügungen nachgehen zu können. Stadtmensch Algernon wiederum besucht gerne seinen erfundenen Freund Bunbury, um es auf dem Lande recht bunt treiben zu können. Bei Tee und Gurkensandwich will Jack Schluss machen mit dem Lotterleben und hält bei Lady Bracknell in London um die Hand der schönen Gwendolen an. Doch Heirat ist auch immer Geschäft – und als adoptiertes Findelkind ist Jack unzumutbar, das wird also nichts! Enttäuscht kehrt Jack zu seinem Landsitz zurück – doch genau dorthin ist Algernon bereits vorgereist und „bunburysiert“ fleißig, indem er sich als Jacks erfundener Bruder Ernst ausgibt: Bei Tee und Muffins flirtet Algernon schamlos mit Cecily, auf die Jack als Vormund besonders Acht gibt. Außerdem hat Jack seinen Bruder Ernst doch gerade erst für tot erklärt! Als dann auch noch Gwendolen und Lady Bracknell auftauchen, ist das Chaos perfekt: Wer ist wer, wem ist es ernst? Eins ist jedenfalls klar: Cecily und Gwendolen wollen nur einen Mann heiraten, der auch Ernst heißt! Wie praktisch, dass sich beide Männer schnell noch in der örtlichen Kirche umtaufen lassen wollen …

Oscar Wilde bringt mit Bunbury (Ernst ist das Leben) einen Komödienklassiker, eine Melange aus Verwechslungskomödie und absurdem Nonsens auf die Bühne, die mit brillanten Dialogen noch immer ihresgleichen sucht: Dass die vergnügliche Komödie mit einem Happy End aufwartet, ist unvermeidlich, denn was wäre eine echte Komödie ohne? Christian Weise – der in der Saison 2021/22 Sein oder Nichtsein auf die Schauspielhausbühne brachte – inszeniert Wildes Klassiker als knallbunte Verwechslungskomödie zwischen Schein und Sein und stellt dabei zugleich die Frage nach Frauen- und Männerbildern zwischen tradierten Rollen und gegenwärtigen Genderdebatten.

Regie: Christian Weise
Bühne: Nina Peller
Mitarbeit Kostüme: Sandra Maria Paluch
Kostüme: Paula Wellmann
Musik: Falk Effenberger
Dramaturgie: Dirk Baumann

 

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